Die meisten von uns sind mit der Annahme groß geworden, dass sie gut sind, wenn sie etwas leisten. Du bist wertvoll, wenn andere zufrieden mit dir sind. In der gewaltfreien Kommunikation nannte Marshall Rosenberg das die "lebensentfremdende Kommunikation", ein System aus Bewerten, Vergleichen, Verdienen. Wir lernen früh, uns selbst durch die Augen anderer zu betrachten. Wir lernen, dass Anerkennung, Wert und Liebe abhängig von unserer Leistung und unseren Taten sind.

Bin ich gut genug?
Habe ich es richtig gemacht?
Was denken die anderen?
Welche Note bekomme ich für meine Arbeit?

Wenn die Bewertungen nun aber negativ ausfallen, dann gerät unser Selbstbild ins Wanken. Dann sind wir nicht mehr "gut", oder? Wenn ich Fehler mache, dann werde ich bestraft und dadurch entsteht mein Eindruck nicht mehr geliebt zu sein.

Wenn wir aufhören uns selbst und uns gegenseitig zu bewerten, dann erkennen wir an: Ich bin gut, so wie ich bin und du bist gut, so wie du bist.

Klingt logisch, aber jetzt ist es zu spät oder?
Nein. Du kannst jederzeit deinen Selbstwert aufbauen und anerkennen. Es bedarf nur Arbeit.
In deinem ganz eigenen Prozess stellst du dich deiner Vergangenheit. Du schaust genau hin, was dir als Kind gefehlt haben könnte. Welche Bedürfnisse waren unerfüllt? Welche Bedürfnisse kannst du dir jetzt, im Erwachsenenalter erfüllen, die damals unerfüllt geblieben sind? Über unter anderem Nervensystemarbeit kann man hier ganz gezielt "nachbeeltern". Es mag erst einmal ungewohnt klingen, dennoch ist das der Weg zu deinem eigenen Selbstwert. Und dann kommst du im Hier und Jetzt an und lernst, wie du dir deine Bedürfnisse jeden Tag erfüllen kannst. Weil du es dir wert bist.

Und so komme ich täglich zu der Frage, die ich mir selber stelle: Bin ich es mir wert?
Und ich antworte mir und feuere mich richtig an: "ich bin es mir wert nur die Klamotten zu tragen, die ich liebe", "ich bin es mir wert mir Zeit für mich zu nehmen", "ich bin es mir wert schlafen zu gehen, wenn ich müde bin", "ich bin es mir wert Geld zu verdienen, in einem Job, den ich liebe" und so vieles mehr.

So finde ich täglich mehr zu mir selbst. zu meinem Selbstwert.

Für mich als Mama hat sich folgendes Verständnis entwickelt: Selbstwert entsteht, wenn wir es geschafft haben, alle Phasen mit ihren Bedürfnissen so zu durchleben, wie wir es gebraucht haben.

Das bedeutet: Wenn meine Bedürfnisse gesehen und erfüllt wurden, vor allem in meinen Autonomiephasen als Kind, ob in der ersten Autonomiephase, in der Wackelzahnpubertät oder in der "richtigen" Pubertät, dann bin ich in der Lage mein Selbst auszubilden. Selbstwert, Selbstliebe, Selbstachtung... Denn ich durfte lernen: Egal was hier grad in mir passiert, ich bin gut so wie ich bin. Und auch, wenn es meinen Eltern nicht so passt, ich darf für die Erfüllung meiner Bedürfnisse einstehen und werde dafür nicht bestraft. So entwickle ich meinen Selbstwert, der nicht von Beurteilungen abhängig ist, sondern eher von erfüllten und unerfüllten Bedürfnissen.

Wenn ich also als Mama gelernt habe meine Bedürfnisse zu erkennen und ich es mir wert bin sie zu erfüllen, dann lebe ich meinen Kindern vor wie das geht. Dann lebe ich ihnen auch vor, wie ich mich um mich kümmere und für mich einstehe. Unabhängig von äußeren Faktoren: Eltern, Partner, Freunde, Kinder, Job, Hobby usw.

Mein Ziel als Mutter ist es die Bedürfnisse meiner Kinder zu erkennen und sie zu erfüllen, bis sie genügend Strategien gesammelt haben, um sie sich selbst zu erfüllen.

Ich möchte, dass meine Kinder wissen: egal, was du tust und wie schwer es für mich sein wird, es ändert nichts daran, dass du gut bist, so wie du bist. Es ändert nichts daran, dass ich dich liebe.

Was ich für meinen Selbstwert und den meiner Kinder zusätzlich etabliert habe sind positive Glaubenssätze:
"ich schaffe das", "ich bin gut so wie ich bin", "Fehler sind Helfer" "ich kann das noch nicht". Immer und immer wieder bringe ich diese Sätze im Alltag ein.

Wichtig ist hierbei: Kein Mensch dieser Welt wird es schaffen die Bedürfnisse seiner Kinder oder seine eigenen zu 100% zu erfüllen, das ist niemals das Ziel. Das Ziel ist es, es bestmöglichst zu machen.
Und wenn ich einen super duper guten Tag habe, dann gelingt es mir zu 90% alle Bedürfnisse im Blick zu behalten und bei Gefühlsausbrüchen oder Pubertätsgeschwafel die Ruhe zu bewahren. Wenn ich einen schlechten Tag habe, dann gelingt es mir zu 55% und das ist für den Tag gut genug.

In diesem Sinne: Sei es dir wert.

Deine Jill

Und wenn du auch zu deinem ganzen Selbst finden möchtest, dann schau dir den Kurs "Veränderung beginnt bei dir" an.

Der erste Schritt zur Veränderung

"Veränderung beginnt bei dir" beinhaltet ein Einzelcoaching, in dem wir gemeinsam herausfinden, welcher Glaubenssatz ganz tief in dir steckt und wie du ihn bearbeiten kannst.
Wenn du das gelernt hast, dann bist du ready für den Kurs. Dann bist du bereit für deine Veränderung. Steh für dich ein, erkenne deinen Selbstwert und erschaffe dir einen Alltag, den du liebst.